Freikirche verstehen · Vergleich
Freikirche oder Landeskirche?
Eine Landeskirche ist vom Staat anerkannt und finanziert sich vor allem über die Kirchensteuer. Oft gehört man ihr seit der Kindstaufe an. Eine Freikirche ist privatrechtlich organisiert, lebt von freiwilligen Gaben, und man tritt ihr aus eigenem Entscheid bei. Beide sind christliche Kirchen und bekennen sich zu Jesus Christus.
Im Kanton Bern
- Landeskirchen
- evangelisch-reformiert, römisch-katholisch, christkatholisch
- Anerkannt
- öffentlich-rechtlich, mit Kirchgemeinden im ganzen Kanton
- Daneben
- über 300 privatrechtlich organisierte christliche Gemeinschaften
- Grösste Gruppe
- die Freikirchen, viele in der Evangelischen Allianz
Punkt für Punkt
Was unterscheidet Freikirche und Landeskirche?
Fünf Punkte, ohne «besser» oder «schlechter». Sie zeigen, wie die beiden Formen aufgebaut sind.
| Punkt | Freikirche | Landeskirche |
|---|---|---|
| Rechtsform | Privatrechtlich organisiert, meist als Verein. Sie braucht keine staatliche Anerkennung und regelt ihre Angelegenheiten selbst. | Öffentlich-rechtlich anerkannt. Im Kanton Bern sind das die reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Kirche. |
| Geld | Keine Kirchensteuer. Die Gemeinde lebt von dem, was Mitglieder und Besucher freiwillig geben. | Die Mitglieder zahlen Kirchensteuer, solange sie der Kirche angehören. |
| Mitgliedschaft | Man tritt bei, wenn man will, meist als Erwachsener und nach einem eigenen Entscheid. | Oft von der Kindstaufe an. Man bleibt Mitglied, bis man austritt. |
| Taufe | Meist auf das eigene Bekenntnis hin, also als Jugendlicher oder Erwachsener. | In der Regel als Kind, auf Wunsch der Eltern. |
| Gottesdienst | Freier im Ablauf, oft mit Band und in Alltagssprache. | Oft mit fester Liturgie, Orgel und einer Pfarrerin oder einem Pfarrer. |
Was beide verbindet
Verschieden aufgebaut, derselbe Herr
Freikirche und Landeskirche unterscheiden sich im Aufbau. Beide bekennen sich zu Jesus Christus, beide berufen sich auf die Bibel, und in beiden beten Menschen, taufen und feiern das Abendmahl.
Viele Menschen haben den Glauben in einer Landeskirche kennengelernt, andere in einer Freikirche. Es lohnt sich, die Unterschiede zu kennen. Gegeneinander ausspielen muss man sie nicht.
Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist.
Oft gefragt
Kindstaufe oder Gläubigentaufe?
In den Landeskirchen ist die Kindstaufe die Regel. In den meisten Freikirchen wird getauft, wer selbst an Jesus Christus glaubt und das bezeugen will. Man spricht von Gläubigentaufe, umgangssprachlich auch von Erwachsenentaufe.
Was dahintersteht und wie das Christliche Zentrum Bern die Taufe versteht, steht unter Die Taufe in der Freikirche.
Unser Weg
Warum das CZB eine Freikirche ist
Das Christliche Zentrum Bern hat diese Form bewusst gewählt. Die Gemeinde ist unabhängig vom Staat, wer dazugehört, hat sich selbst dafür entschieden, und in der Lehre setzen wir eigene Akzente, etwa bei der Taufe und beim Wirken des Heiligen Geistes. Gegen die Landeskirche richtet sich das nicht.
Was wir glauben, steht unter Was wir glauben. Wie ein Sonntag bei uns abläuft, steht unter Gottesdienst in Bern.
Häufige Fragen
Was oft gefragt wird
Was ist der Hauptunterschied zwischen Freikirche und Landeskirche?
Die rechtliche Stellung und das Geld. Landeskirchen sind öffentlich-rechtlich anerkannt und werden vor allem über die Kirchensteuer finanziert. Freikirchen sind privatrechtlich organisiert, unabhängig vom Staat und leben von freiwilligen Gaben. Beide sind christliche Kirchen.
Zahlt man in einer Freikirche Kirchensteuer?
Nein. Freikirchen erheben keine Kirchensteuer, sie leben von freiwilligen Gaben. Für die Kirchensteuer zählt die Mitgliedschaft in einer Landeskirche: Wer dort Mitglied bleibt, zahlt sie weiter, auch wenn er eine Freikirche besucht.
Ist eine Freikirche weniger christlich als eine Landeskirche?
Nein. Beide verstehen sich als christliche Kirche und bekennen sich zu Jesus Christus. Der Unterschied liegt im Aufbau. Freikirchen betonen den persönlichen Glauben und die enge Bindung an die Bibel oft stärker.
Kann man in beiden gleichzeitig sein?
Formell schliesst sich das nicht aus. Einen Gottesdienst in einer Freikirche kann jeder besuchen, auch wer Mitglied einer Landeskirche ist. Ob jemand später wechselt oder austritt, ist ein eigener Entscheid und hat mit dem Besuch nichts zu tun.
Am Sonntag
Der nächste Gottesdienst ist am Sonntag.
Sonntag, 11. Oktober, 10:00 Uhr an der Fabrikstrasse 12 in Bern, aus Lukas. Danach essen wir zusammen.